IMG_6639

Tag 7: Katowice statt Krakau

Dank unserem Treffen mit Martyna am Vorabend war der Freitag in Katowice vollkommen durchgeplant. Deshalb entschieden wir uns auch, in Katowice zu bleiben und dort die Leute zu treffen, statt nur für Straßenmusik nach Krakau zu fahren. Also hieß es zeitig aufstehen. Außer John, den hat nämlich eine Erkältung erwischt und damit er bis zum Treffen der Band abends wieder fit wird, sollte er sich lieber etwas auskurieren und blieb im Bett.

Musikakademie Katowice
Musikakademie Katowice
Innenhof Musikakademie Katowice
Innenhof Musikakademie Katowice
IMG_6606
Prof. Jerzy Jarosik gibt ein kleines Privatkonzert in seinem „Museum“
IMG_6626
Professor Jerzy Jarosik und Musiker und Dozent Jerzy Glówczeski (gelbes Hemd)

Der Rest der Truppe (natürlich pünktlich dran, wie immer) holte sich auf dem Weg zu
m ersten Treffen noch schnell einen Kaffee und ein Brötchen und dann ging es Richtung Musikakademie. Dort trafen wir Martyna, die aber direkt wieder los musste, uns aber vorher noch Jazzinstitutsleiter der ersten Stunde, Professor Jerzy Jarosik, und dessen Kollegen und Musiker Jerzy Glówczeski vorgestellt hat. Die beiden Herren wirkten wie ein altes Ehepaar und verzichteten für uns erstmal auf einen Kaffee und führten uns durch das Gebäude der Musikakademie. Dort durften wir den Konzertsaal und verschiedene Räume besichtigen, während die beiden uns manchmal abwechselnd, manchmal durcheinander von der Uni und von ihren Erlebnissen berichtet haben. Anschließend besuchten wir noch das fünf Minuten entfernte Jazz-Institutsgebäude, wo wir in das kleine Privatmuseum von Prof. Jarosik gehen durften. Danach haben wir uns dann aber wirklich einen Kaffee in der Cafeteria verdient und saßen noch eine Weile gemeinsam draußen. Eigentlich sollten wir schon von einer halben Stunde in das Kunstmuseum aufbrechen, für das Martyna Freikarten besorgt hatte.

IMG_6639 IMG_6645 IMG_6649
Aber Jerzy Glówczeski hatte eine bessere Idee: Wie wäre es mit einem Besuch der Konzerthalle von Katowice? (Google hat uns später verraten, dass es die Konzerthalle des Narodowa Orkiestra Symfoniczna Polskiego Radia, also des nationalen Symphonieorchesters des Polnischen Rundfunks ist.) Ein ziemlich neues, schickes Teil – anscheinend auch das größte in Osteuropa. Er rufe mal kurz einen Freund und Kollegen an, der dort als Pianist arbeitet. Und der hatte natürlich nichts Besseres zu tun, als seinem Freund und dessen neugierigen Besuch die Konzerthalle zu zeigen. Also ließen wir das Museum sausen und fuhren mit Jerzy zur Konzerthalle. Dort angekommen stellten wir fest, dass wohl an diesem Tag eine Firma die Halle gebucht hatte und der Aufbau schon in vollem Gange war.

IMG_6659 IMG_6662

Trotzdem kam der Pianist und bequatschte die Aufbauenden, dass wir doch mal kurz in den Saal gehen könnten. War anscheinend auch kein Problem. So marschierten wir durch den ziemlich schicken Backstage direkt auf die Bühne des großen Saals. In einem Wort: Beeindruckend! Ein riesiger Saal mit schwarz gewellten Wänden, bei dem die Konzertbesucher auch hinter dem Orchester Platz nehmen konnten. Natürlich ließ es sich der Pianist nicht nehmen auf dem Flügel ein kurzes Privatkonzert zu geben. Als uns dann auch noch ein Mitarbeiter des Konzertsaals, seines Zeichens Klavierstimmer, auf deutsch ansprach und uns viel über die Halle und seine Arbeit erzählte, waren wir ein weiteres Mal überrascht von dieser Gastfreundschaft und Offenheit der Menschen in Polen. So schnell wie der Pianist vorbei kam, war er auch schon wieder verschwunden.

IMG_6671
Anschließend lotste und Jerzy Jarosik noch zu dem Jazz-Club, in dem wir uns mit den Damen vom UNESCO-Büro zum Mittagessen treffen wollten. Nach einer langen Verabschiedung machten wir uns auf die Suche nach dem Jazz-Club und fanden uns in einem sehr dunklen, aber gemütlich eingerichteten Club/Saal/Lounge/Restaurant/Bar-Ding wieder. Wir nahmen Platz und schon stießen die zwei UNESCO-Damen zu uns. Wir unterhielten uns über unsere Tour, sie erzählten uns von ihrer Arbeit und halfen uns bei der Übersetzung der polnischen Speisekarte. Nachdem wir gegessen hatten kam noch Tamara, die Leiterin des UNESCO-Büros dazu und begrüßte uns. Sie luden uns, wie Martyna einen Abend vorher, zu dem Art Naif Festival ein, wo wir uns abends wieder treffen würden.

Beim Essen mit den Damen des UNESCO Büros Katowice
Beim Essen mit den Damen des UNESCO Büros Katowice

In den zwei Stunden bis zum Festival kehrten wir ins Hostel zurück, ruhten uns kurz aus und machten uns frisch. Zum Glück war auch John wieder einigermaßen lebendig und so fuhren wir eineinhalb Stunden später Richtung FestivalIMG_6691gelände. Dieses lag auf einem alten Industriegelände etwas außerhalb von Katowice und wir haben den VW Bus erstmal schön mitten auf dem Gelände geparkt. Auf dem Weg zum Eingang wurden wir schon von der Band, mit der wir uns treffen wollten, angesprochen. Die beiden Jungs von KOLORY machten einen sehr sympathischen Eindruck unIMG_6691d zeigten uns, wo die UNESCO-Damen saßen. Das Festival selbst war eine Mischung aus Kunstausstellung und Konzert mit spanischer Musik und Flamenco. Da es leider in den Gebäuden sehr stickig war, bevorzugten wir einen kurzen Blick hinein und unterhielten uns dann draußen mit den Bandjugs und gönnten uns einen Gratis-Kaffee. In der Pause kamen dann Tamara und ihre Kolleginnen nochmal zu uns, wir nahmen eine kurze Grußbotschaft auf und dann mussten wir uns leider schon wieder verabschieden.
Die Bandjungs fragten uns, ob wir noch Lust auf ein kleines Metal-Konzert in der Nähe hätten, bei dem der eine beim Aufbau geholfen hatte und er deswegen dachte, wir können dort umsonst hingehen. Wir machten uns also auf den Weg (weil angeblich nur 5 Minuten zu Fuß) und liefen ein paar Meter ins Blaue. Dann fragte er, ob wir Google Maps anmachen könnten. Allerdings war das Gelände, auf dem das Konzert stattfand, doch nicht so nahe gelegen und so entschieden wir uns meIMG_6700hrheitlich dagegen. Da die Jungs sowieso auf 22.00 Uhr die Bar Katofonia für einen kleinen Gig gebucht hatten, gingen die beiden nochmal zu sich nach Hause um ihr Equipment zu besorgen und auch wir fuhren das Auto wieder auf einen Hostel-nahen Parkplatz, um dann zu Fuß zum Katofonia zu gehen. Aufgrund Johns Erkältung sollte er erstmal nicht so viel spielen, darum ließ er die Gitarre zuhause.

Als wir im Katofonia ankamen, hat sich KOLORY bereits aufgebaut: Schlagzeug und Gesang sowie Bass. Trotzdem ließ John es sich nicht nehmen, den Bass in die Hand zu nehmen und improvisierte eine Runde mit dem Drummer. Reaktion beim Bassisten – wie immer – sprachlos. Danach Tausch: John am Schlagzeug und der Bassist. Reaktion beim Schlagzeuger – wie immer – sprachlos. Der Arme war fast schon traurig und wollte nicht mehr mit seinem Bandkollegen spielen, da half dann erstmal nur Wodka. Anschließend spiele John dann einfach noch eine Runde auf dem aufgebauten Piano mit beiden Jungs.
Nach und nach löste sich dann unsere Gruppe auf (müüüüüde) und zwei von uns gingen zurück ins Hostel. Die anderen blieben noch ein bisschen bei den (trinklustigen) KOLORY-Jungs und ihren Freunden im Katofonia…

IMG_6722

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *