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Tag 10: Mannheim – Glück im Unglück

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Nach einem wundervollen Frühstücksbuffet à la Christines Mama luden wir wieder mal unsere Sachen in den VW Bus und machten uns auf den Weg nach Mannheim. Ein bisschen Stau, ein bisschen Gewitter – nichts Außergewöhnliches.

Nach etwa drei Stunden erreichten wir Mannheim, die Quadratstadt. Eine wunderbare Aufteilung der Innenstadt – überall nur Einbahnstraßen und wir fuhren auf der Suche nach einem Parkplatz mal wieder gefühlte zehn Mal im Kreis. Dann haben wir einen Parkplatz gefunden, der nicht zu weit weg vom angesagten Auftrittsort, den Kapuzinerplanken, war. Wir schleppten unsere Sachen dorthin und bauten auf. Das war allerdings nicht ganz so leicht, denn es ging ein ziemlich starker Wind und das Wetter sah ganz und gar nicht freundlich aus. Kein Wunder, dass nicht allzu viele Menschen bei uns vorbei kamen. Flyer wollten sie gleich gar nicht haben, da funktionierte nicht mal der Schlüsselanhängertrick so wirklich. Nach einer halben Stunde im Windkanal beschlossen wir wieder einzupacken, etwas Essbares (und Gesundes) zu suchen und uns auf den Weg nach Maastricht zu machen. Es gab Salat und Curry, Smoothie und Suppe. Vollgepumpt mit Vitaminen machten wir uns auf den Rückweg zum Parkplatz, beluden mal wieder das Auto und fuhren los.

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Welcome HOME in Mannheim!

Nachdem wir die Parkplatzschranke passiert hatten und fast schon den schönen Mannheimer Einbahnstraßen entkommen waren, bemerkte Meret, dass mit dem Auto etwas nicht stimmte. Sie fuhr die ganze Zeit schon im dritten Gang und der Schalthebel war lose wie ein Aal. Also hielten wir an (nicht mitten auf einer Kreuzung, aber es war schon recht knapp). Christine konnte es natürlich nicht glauben, dass der Schalthebel nicht mehr funktioniert, also Fahrertausch und ausprobieren. Aber wirklich: Kein Gang war mehr einzulegen, nach vorne, hinten, rechts und links hatte der Hebel Spiel. Sch***e. Und dann machten wir, was man halt so macht. Papa anrufen, Autowerkstatt anrufen, Mama anrufen, Autowerkstatt anrufen. Wir hatten es zwanzig Minuten vor sechs. Da kann man natürlich nicht erwarten, dass irgendjemand in einer Autowerkstatt noch bereit ist, sich das Auto anzusehen. Aber wir könnten ja schon mal in die Richtung fahren, solange das Auto noch fuhr (ja, im dritten Gang) und dann kann man es ja morgen mal durchschauen, gell!? Also machten wir uns auf den Weg zur VW-Werkstatt Ernst in Mannheim, Christine triezte das Auto schön im dritten Gang, was richtig viel Spaß macht – denn: wer Mannheim kennt, weiß, dass es gefühlt hundert Ampeln gibt, die natürlich alle rot waren. Nach ein paar Metern qualmte es bereits aus der Motorhaube und die Kupplung roch, wie Kupplungen eben riechen, wenn sie keine Lust mehr haben. Also bogen wir wieder in eine Seitenstraße ab, hielten rechts auf einem inoffiziellen Parkplatz neben einer Bushaltestelle (Universität West) und befanden uns zwischen zwei Gebäuden der Mannheimer Uni.

Auto kaputt :(
Auto kaputt :(

Dann riefen wir den ADAC. Die freundliche Frau am Telefon teilte uns mit, dass jemand kommen würde, allerdings ist gerade sooooo viel los in Mannheim, da dauert das locker zwei Stunden – der Techniker würde sich melden, wenn er fast da ist. Na toll. Zumindest die Jungs ließen sich die Stimmung nicht vermiesen: Sie bauten so mir nichts dir nichts das Schlagzeug, den Verstärker und das Mikrofon auf, so schnell konnten wir anderen gar nicht gucken. Ein paar Zuschauer waren auch vor Ort, die bereits neugierig ihre Handy gezückt hatten. Als dann ein Schwarm Studenten aus einem der Gebäude kam, erfuhren wir, dass wohl gerade eine der letzten Prüfungen zu Ende gingen und so hatten wir wirklich viel Publikum. Uns wurde außerdem bewusst, dass wir ja irgendwie keine Übernachtungsmöglichkeit hatten, weil wir ja eigentlich nach Maastricht wollten. Also schrieben wir kurzerhand auf eins der Stadtskulpturteile: „Welcome HOME braucht Hilfe! Suchen 5 Schlafplätze in Mannheim“. Und siehe da: gleich zwei super freundliche Studierende boten uns ihre Hilfe an, gaben uns ihre Handynummern und meinten, wir sollen uns melden.

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Auto kaputt? Egal – erstmal eine kleine Session vor der Uni!

Hier könnt ihr das Facebook-Live-Video sehen: Live in Mannheim

Nach zwei Stunden kam endlich ein gelber Engel vorbei und schaute sich die ganze Sache mal an. Kauderwelschiges Autofachwissen folgte und eigentlich war nur eins wichtig: Er konnte das abgebrochene Teil (Kugelpfanne des Schaltgestänges) provisorisch reparieren, so dass wir morgen zumindest bis in die Werkstatt fahren konnten.

Unser Hilferuf!
Unser Hilferuf!

Danke an dieser Stelle an den super freundlichen ADAC-Mann! Anschließend riefen wir eine der Studentinnen, Malena, an, die uns angeboten hatte, in einer Wohnung zu übernachten. Wir trafen uns zur Schüsselübergabe an einem nahe gelegenen Platz, sie führte uns zu der Wohnung (mega!!) und wir verabredeten uns noch für später. Danach sprangen wir noch schnell bei REWE rein, besorgten was zu Kochen und Bier, das wir uns jetzt redlich verdient hatten (und in Baden-Württemberg gibt es nach 22.00 Uhr kein Bier mehr zu kaufen, daher war Eile geboten!).

Thomas blieb dann in der Wohnung, um schon mal Nudeln mit Tomatensoße à la Thomas zuzubereiten, die anderen marschierten wieder zum Auto, um es in die Nähe der Wohnung zu fahren. Die Gangschaltung funktionierte wieder einigermaßen, zumindest soweit, dass man die Gänge wieder einlegen konnte. Trotzdem roch es noch nach Kupplung.

Nachdem wir unser Equipment in die Wohnung gebracht hatten (Luxus: es gab einen AUFZUG!), genossen wir unser leckeres Mahl: Nudeln mit Tomatensoße und Unmengen an Parmesan, Schokokuchen und als krönenden Abschluss noch Ben&Jerry’s Eis! Leckerschmecker! Satt (und auch ein bisschen froh über so viel Glück im Unglück) ließen wir den Abend entspannt ausklingen. Ein Teil traf sich noch mit Malena und ihren Freunden auf ein Getränk, die anderen fielen ins Bett. Schließlich sollte das Auto am nächsten Morgen um 7.00 Uhr zur Werkstatt…

Und weil wir es nicht oft gIMG_6902enug sagen können: DANKE DANKE DANKE an MALENA!!! <3 Du bist unsere Heldin!!

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