Das Auto ist wieder heile :)

Tag 11: Waiting in Mannheim

6 Uhr. Der Wecker klingelt. Igitt! Nochmal kurz umdrehen, zehn Minuten gehen noch. Dann quälen wir uns nacheinander aus dem Bett. Kurz unter die Dusche, die Wohnung aufräumen, unsere Sachen packen und ab zum Auto. Während Christine schon mal bei der Autowerkstatt Ernst (haha, gleich wird es Ernst) anruft und NIEMANDEN erreicht, obwohl die angeblich ab sieben Uhr dort sind, laden die anderen die Sachen ins Auto. Christine probiert sämtliche Nummern durch, Zentrale, Service, den Typ, mit dem sie gestern gesprochen hatte… irgendwann geht eine Dame ans Telefon und stellt sie zum Ersatzteillager durch. Dort wird uns gesagt, dass das Teil nicht auf Lager sei, aber wir sollten vorbei kommen, dann können die das noch bestellen. Dann wieder zu der Dame zurück, verschiedene Sachen durchgeben und endlich können wir losfahren. Mal wieder ist es nicht so einfach den Autohänder zu finden – so langsam fragen wir uns, ob es am Navi oder an uns liegt, dass wir nie den Weg finden, aber wir kommen an.

 

 

Nachdem wir auf den Hof des Autohändlers gefahren sind und uns angemeldet haben, verwies uns die Dame ins Nebengebäude (den Ausstellungsraum), dort gab es immerhin Kaffee und eine Sitzecke. Wir warteten. Eine Stunde. Noch eine halbe Stunde. Wir gingen wieder zum Servicetresen um Nachzufragen. Dann komm der freundliche Herr, den Christine am Vortag schon am Telefon hatte zu uns und versprach uns in schönem Dialekt, dass er gleich komme. Nochmal ein paar Minuten warten, dann kam Herr Hartmann zu uns. Er warf einen Blick unter die Motorhaube, probierte die

Warten...
Traum bei VW…

Gangschaltung und meinte dann, sie hätten das Teil doch nicht, aber wenn sie es noch bestellen, kommt es bis 14.00 Uhr, dann nochmal zwei Stunden Werkstatt und so um 16.00 Uhr sei das Auto wieder fahrbereit. Er bemerkte auch den Gestank der Kupplung, sagte dann aber, er würde bei der Probefahrt merken, ob die auch kaputt wäre (hoffentlich nicht). Um elf Uhr wollte er sich übrigens das erste Mal melden, um uns die voraussichtlichen Kosten mitzuteilen.

Dann hieß es wieder: warten. Also zogen wir in Richtung Innenstadt, beladen mit all unserem Equipment. Leider hatten wir für diesen Tag keine Genehmigung, so dass wir nicht nochmal Straßenmusik machen konnten. In der Nähe des Bahnhofs fanden wir einen Bäcker, bei dem wir gefrühstückt haben.

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Bitte recht freundlich…
Die Wartezeit nutzen...
Die Wartezeit nutzen…

Anschließend gingen wir auf der Suche nach Gratis-WLAN zu Starbucks. Wir ließen uns dort häuslich nieder, arbeiteten, schliefen, trunken Kaffee, erlebten 3 Schichtwechsel der Starbucks-MitarbeiterInnen und warteten und warteten und warteten. Falls ihr euch fragt, ob der Herr Hartmann angerufen hat… Natürlich hat er nicht angerufen. Weder um elf, noch um halb zwölf. Also haben wir ihn angerufen. Ja, das Teil sei doch auf Lager, der Wagen ist schon in der Werkstatt und er meldet sich dann nach dem Mittag wieder, dann weiß er schon mehr. Okay. Also wieder Warten. Was bedeutet die Zeitangabe „nach dem Mittag“? Ein Uhr? Zwei? Natürlich kam wieder kein Anruf, um drei Uhr haben wir dann wieder angerufen (wir gingen dem armen Mann bestimmt ziemlich auf die Nerven) und es gab gute Nachrichten: Der Wagen ist aus der Werkstatt raus und Herr Hartmann musste nur noch Probe fahren. Dann würde er sich nochmal melden. (Jaja). Also machten wir uns so langsam schon mal auf den Rückweg zur Werkstatt, holten vorher noch etwas zu Essen, liefen zur Bahn, fuhren dorthin. Bis wir dort ankamen, hatte sich Herr Hartmann noch nicht gemeldet. Mit dem Zurückrufen, das war wohl nicht so seins. Naja. Als wir ankamen, kam er uns entgegen. Sein Gesichtsausdruck war nichts-sagend. Weder positiv noch negativ und uns rutschte das Herz in die Hose. Und?? Ja, läuft wieder. Diese Mannheimer (wobei Herr Hartmann aus Frankfurt kommt)… Euphorie ist nicht so deren Ding, aber freundlich war Herr Hartmann trotzdem. Egal, wir freuten uns umso mehr, dass unser VW Bulli wieder einsatzbereit war. Nachdem die Rechnung beglichen war (Freundschaftspreis übrigens, weil die Reparatur wohl doch doppelt so lang gedauert hat als gedacht) und wir unsere Sachen wieder im Auto verstaut hatten, brachen wir auf Richtung Maastricht.

Das Auto ist wieder heile :)
Das Auto ist wieder heile :)

Der Weg war mal wieder unspektakulär (ein bisschen Stau, ein bisschen Gewitter), wobei wir noch in Mannheim mindestens eine halbe Stunde gebraucht haben, ehe wir aus der Stadt raus waren. Mannheims Stadtslogan ist übrigens „Leben im Quadrat“. Für uns war es leider eher „Warten im Quadrat“.

Nach drei Stunden Fahrt erreichten wir Maastricht. Unser Hostel  lag direkt neben dem Fluss Maas. Übrigens: Wir haben wieder unseren Tonmann getauscht. Tho(n)mas ist direkt von Mannheim wieder nach Hause gefahren und wir hatten wieder Jannis zurück, der zeitgleich mit uns im Hostel Stayokay ankam.

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Maastricht

Nach dem Einchecken und Zimmer beziehen machten wir uns nochmal auf in Richtung Innenstadt. Auch Maastricht war richtig schön. Vom Hunger geplagt, suchten wir noch ein Restaurant und genehmigten uns das Tagesmenü mit Spargel. Preislich ist es im Vergleich zu Polen natürlich der Supergau –  nächstes Mal machen wir die Route andersrum. Nachdem wir alle gesättigt waren, marschierten wir noch ein bisschen durch die Innenstadt mit viele süßen kleinen Läden und dann wieder zurück ins Hostel. Dann war Schlafen angesagt, schließlich lag morgen wieder ein anstrengender Tag vor uns…

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